Wichtige Information in eigener Sache: Spendenbescheinigung

 

Sehr geehrte Spenderinnen und Spender,

für jede eingehende Spende erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Zu diesem Versprechen stehen wir. Für höhere Beträge werden Ihnen zeitnah Spendenbescheinigungen ausgestellt. Ansonsten senden wir Ihnen für alle im Laufe eines Jahres eingegangenen Spenden diese ab Januar des darauffolgenden Jahres zu.

Allerdings können wir unser Versprechen nur umsetzen, wenn Sie uns Ihre eindeutige Adresse auf dem Überweisungsträger mitteilen. Fehlt diese, versuchen wir bei höheren Beträgen trotzdem irgendwie Ihre Anschrift zu ermitteln. Nicht immer gelingt uns das. Sollten Sie aus diesem Grund keine Spendenbescheinigung erhalten haben, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung oder teilen Sie uns Ihre Anschrift nachträglich mit (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Die Ausstellung der Spendenbescheinigung veranlassen wir dann umgehend.

Seien Sie herzlich gegrüßt

Ihr LEONIDIS-Team

 

Februar 2021

Medizinische Versorgung im Seva Nilaya Health Centre (Ara Gate, Ranchi) – oftmals einziger Hoffnungsschimmer für die arme Bevölkerung

 

Bericht von Sr. Stella: aus Ara Gate, Ranchi, Provinz Nordindien

"Liebe Freunde,

die Covid-Pandemie hat unser Krankenhaus in diesem Jahr mit großen Problemen konfrontiert. Während des Lockdowns durften wir keine Patienten aufnehmen und mussten für einen Monat sogar schließen. In dieser Zeit haben wir die erkrankten Menschen ambulant behandelt. Als die Krankenhäuser mit Covid-Patienten belegt bzw. überfüllt waren, durften wir wieder öffnen. Täglich kamen viele Patienten – auch von weit her, weil sie sich bei uns sicher fühlen. Die meisten von ihnen waren, da sie ihre Arbeit verloren hatten, nicht in der Lage die Behandlung nicht bezahlen. Dank Ihrer Hilfe konnten wir ihnen trotzdem helfen und sie z. T. darüber hinaus mit Lebensmitteln versorgen. Und wir konnten auch in Einzelfällen wieder wichtige Hilfe leisten. Zum Beispiel:

Bimal Subarno, 45 Jahre alt, aus Ara Barka Tolli, Ranchi, ist Vater von hat drei Kindern - zwei Jungen und einem Mädchen. Beide Jungen sind arbeitslos und das Mädchen geht bei uns zur Schule. Bimals Frau ist Tagelöhnerin. Sie verdient ca. Rs.200 pro Tag, umgerechnet etwas mehr als 2 Euro. Von diesem Einkommen lebt die fünfköpfige Familie.  Bimal kam mit Brustschmerzen, starkem Husten und Appetitlosigkeit in unser Krankenhaus. Er war sehr geschwächt. Unser Arzt stellte eine Lungentuberkulose und zudem Diabetes fest. Wir begannen mit einer Therapie. Nach 14 Tage wurde Bimal entlassen. Er wird aber lange Zeit auf Medikamente angewiesen sein. Aufgrund der finanziellen Notlage der Familie haben wir uns bereit erklärt, ihm zu helfen.  

Peter Minz ist 28 Jahre alt und lebt auch aus Ara Naya Tolli, Ranchi. Er stammt aus einer sehr armen Familie. Sein Vater starb, als er und seine beiden Geschwister noch klein waren. Seine Mutter, ebenfalls eine Tagelöhnerin, hat wegen Corona ihre Arbeit verloren. Seit 2 Monaten litt Peter unter starken Brustschmerzen und Husten. Wegen der finanziellen Probleme konnte er nicht ins Krankenhaus gehen.Eines Nachts brach er zusammen und so brachten ihn Nachbarn in unser Seva Nilaya Gesundheitszentrum. Auch bei ihm wurde eine Tuberkulose diagnostiziert. Nach 15-tägiger Behandlung konnte er das Krankenhaus verlassen. Er muss nun 6 bis 9 Monate lang Medikamente einnehmen, wird aber nur einen kleinen Eigenanteil leisten. Dank der finanziellen Unterstützung durch LEONIDIS können wir auch ihm helfen. 

Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung und die Hilfe, die Sie unseren Patienten schenken.

Ihre Sr. Stella"

 

Januar 2021

LEONIDIS hilft schnell:

13.000 Euro fließen in die Ausstattung des neuen Krankenhauses in Dhani – Patienten können jetzt gut behandelt werden 

Die Anfänge in Dhani

1943 wurde die Missionsstation in Dhani, Madhya Pradesh, von der Kongregation der Steyler Missionare gegründet. 1947 wurde das Krankenhaus in Dhani gebaut. Im Laufe der Jahre leisteten verschieden Missionare aus Deutschland dort lobenswerte Dienste für die Ärmsten der Armen. 1970 gründeten die Armen Dienstmägde Jesu Christi ihre erste Mission in Dhani und Sr. Leonidis übernahm die Leitung der Missionsstation. „Sie kannte bald jede Ecke des Ortes und seine Bewohner“, erinnert sich Sr. Grace, die heutige Provinzialoberin. Seitdem leisten die Schwestern dort ihren selbstlosen Dienst. Das Krankenhaus arbeitete viele Jahre als Tuberkulose-Krankenhaus. Viele Patienten kamen und kommen von weit entfernten Orten – mit bis zu 200 km Entfernung. Sie haben das Gefühl, dass sie in Dhani gut aufgehoben sind und gut behandelt werden. „Denn wir bieten ihnen den bestmöglichen Service mit Liebe und Engagement,“ so Sr. Reena. Daher brauchten die Schwestern bald eine Halle als Unterkunftsmöglichkeit für die Patienten, in der sie übernachten, ihr Essen kochen und sich ausruhen konnten. Damals mussten die meisten von ihnen täglich injiziert werden und blieben daher länger in der Station.

 

Das Krankenhaus heute

Gemeinsam mit der Unterstützung der Schwestern und anderer Laien führt seit inzwischen acht Jahren Sr. Reena als Ärztin die medizinische Versorgung durch das Katholische Krankenhaus im Sinne der Gründer weiter. Viele Patienten, etwa 40%, leiden auch heute noch an Tuberkulose oder posttuberkulären Komplikationen. Andere sind an Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, COPD, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Malaria, Typhus, Lungenentzündung, Anämie, Unterernährung, Durchfall usw. erkrankt. Täglich kommen durchschnittlich 90 bis 100 Patienten zur Behandlung. Da viele von ihnen immer noch sehr arm sind, werden sie kostenlos oder für einen kleinen Eigenanteil behandelt und mit den heilsamen Medikamenten versorgt.

Doch das Krankenhaus ist aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen (im Sommer 48/50°C; Kälte im Winter) in die Jahre gekommen. Es ist baufällig und entspricht nicht den heutigen medizinischen Anforderungen. Sanitär- und Elektroarbeiten sind dringend nötig. Ebenso muss die Unterkunft für die Patienten aus entlegenen Orten erneuert werden. Es fehlen sanitäre Einrichtungen, eine kleine Intensivstation. Ferner fehlt es an medizinischen und labortechnischen Geräten wie beispielsweise einem Sonographiegerät oder einem digitalen Röntgengerät, um den Patienten eine angemessene Behandlung gewähren zu können – will man sie nicht an andere, besser ausgestattete Krankenhäuser verweisen müssen, wo sie die anfälligen Rechnungen ohnehin nicht bezahlen können und folglich nicht behandelt werden. Mit Spendengeldern der Kirchengemeinde in Beverungen, die bereits die Arbeit von Sr. Leonidis unterstützt hat und die Ordenschwestern bis heute regelmäßig unterstützt, konnten die Schwestern ein neues Gebäude errichten und den Bau im letzten Jahr fertigstellen. Die Ausstattung mit Möbeln und technischen Geräten sollte mit dem Einkommen der Schwestern finanziert werden. Der Schwestern, die in Diözesanschulen unterrichten. So sah es der Finanzierungsplan vor. Doch diese Einkommensquelle versiegte wegen der Covid Pandemie. Die Schulen wurden geschlossen. Da die Eltern kein Schulgeld entrichten konnten, blieb auch das Einkommen der Schwestern aus. Der Traum zerbarst. Das neue Krankenhaus konnte nicht in Betrieb genommen werden.

In dieser Situation wandte sich Sr. Grace an die Initiative LEONIDIS. Sie schilderte die Notlage und fragte, ob wir helfen können. „Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns unterstützen können. Und die armen Menschen, die zu uns kommen, werden sehr davon profitieren.“ Glücklicherweise konnten wir noch im Dezember schnell in und in einer ersten Tranche 13.000€ zur Verfügung stellen. Für dieses Jahr haben wir mehrere Tausend Euro zugesagt, damit das Krankenhaus voll funktionsfähig seine Arbeit aufnehmen kann. „Vielen Dank für Ihre Unterstützung,“ schreibt Sr. Grace. „Ihre Menschlichkeit, Großzügigkeit und Großherzigkeit wird von all unseren Schwestern und von unseren Patienten sehr geschätzt. Gott segne Sie alle.“ Und die Ärztin, Sr. Reena, schreibt: “Wir haben bereits die notwendigen Geräte bestellt. Sobald wir diese bekommen, werde ich Ihnen die Fotos schicken. Im Namen der Begünstigten (meiner Patienten) und all unserer Schwestern und Mitarbeiter danke ich Ihnen, dass Sie so mitfühlend sind und uns besonders in dieser Zeit der Pandemie helfen, in der auch unsere Provinz unter der Finanzkrise leidet. Möge Gott Sie für Ihre Großzügigkeit segnen und belohnen.“

 

 

Januar 2021

Ein Traum ist wahr geworden

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen – Schülerinnen freuen sich auf das neue Internat in Dhamnod

Dhamnod. Im Jahr 2019 starteten die Bauarbeiten am Internat in Dhamnod. Im April des Jahres hatte Sr. Grace Manjakunnel, die Oberin der Nordprovinz St. Joseph ( PHJCProvincial Superior, St. Joseph’s province, North India) einen Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt. Sie berichtetet von den Anfängen des Internats im Juni 2015 mit drei Schülerinnen. „Damals gab es kein spezielles Schlafgebäude,“ so schrieb sie in dem Begleitschreiben zu dem Antrag, „aber auf begründete Anfrage der Eltern brachten wir sie in einem Raum des Konvents unter. Als mehr und mehr Anfragen eingingen und die Anzahl der Kinder rapide anstieg, richteten wir ein altes Gebäude her und so haben wir Stand heute ca. 70 Mädchen im Internat verteilt über die Klassen 1-12. Aus diesem Grund besteht ein großer Bedarf an geeigneten Räumlichkeiten und wir verstehen die Zeichen der Zeit. (...) Mit steigenden Schülerzahlen wird die Unterbringung in unseren begrenzten Kapazitäten immer schwieriger. Deshalb sind Anpassungen von Nöten und wir müssen dringend mehr Räume bereitstellen, inklusive Betten und Bettwäsche, Lernräume, Speiseräume, Waschplätze, Toilettenanlagen und vieles mehr. Umbau und Anbau sind dringend erforderlich, damit wir den vielen Mädchen angemessene Lebens- und Lernbedingungen ermöglichen können.“

Dank der Zusage des Lions Clubs Freudenberg, das Projekt zu unterstützen und einer großen Einzelspende konnte LEONIDIS die Finanzierung zusichern und die Schwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi konnten schon im Herbst 2019 mit dem Bauvorhaben beginnen. Das Vorhaben, das Internat in Ende 2020 fertigzustellen, geriet im letzten Jahr ins Wanken. Viele Schwierigkeiten waren zu bewältigen. Wegen der Corona Pandemie kamen die Bauarbeiten monatelang zum Erliegen. Und auch nach dem Lockdown kehrten die Bauarbeiter nur zögerlich auf die Baustelle zurück. Zu groß war die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus. Außerdem war es sehr schwer Baumaterialien zu beziehen. Deshalb zog sich die Fertigstellung des Internats in die Länge. Doch zwischenzeitlich konnte Sr. Grace, die Oberin der Nordprovinz St. Joseph, erfreut mitteilen, dass die Bauarbeiten dennoch erfolgreich beendet wurden.

Noch sind in Indien die Schulen geschlossen. Die Schwestern hoffen aber, dass die Schülerinnen schon bald das neue Internat beziehen können. Dann erwarten die Mädchen und die jungen Frauen neue und gut ausgestattete Klassenräume sowie neue Wasch- und Schlafräume. Damit verbessern sich die Lern- und Lebensbedingungen für die Internatsbewohnerinnen deutlich. „Ein Traum ist wahr geworden“, schreibt Sr. Grace. „Sie haben sich viele Gedanken gemacht, wie Sie und helfen können. Unser Dank gilt Ihnen und alle Spendern, die die Verwirklichung des Projekts ermöglicht haben. Namentlich erwähnen möchten wir den Lions-Club Freudenberg, der einen Großteil der Kosten mit seiner Spende abgedeckt hat. Sie können nur erahnen, wie glücklich sie uns gemacht haben.“

Die folgenden Fotos zeigen das renovierte Internatsgebäude, den neuen Eingangsbereich, einen Schlafsaal mit Stockbetten und den neuen Sanitärbereich. 

 

 

Dezember 2020

Pressemitteilung

Beeindruckende Zeichen der Solidarität

Schönauer Indien-Initiative LEONIDIS kann sich auch im Corona-Jahr auf Unterstützer verlassen

Schönau. Die Sprecherin der Schönauer Indien-Initiative „LEONIDIS“, Irmgard Grebe-Quast, zieht für das zurückliegende Jahr erneut eine positive Bilanz: „In diesem Jahr war alles anders – aber gerade deshalb wurden uns auch einige sehr schöne Momente beschert“, sagt Grebe-Quast und verweist insbesondere auf den in der Geschichte der Initiative erstmaligen Hilfe-Aufruf im Frühjahr dieses Jahres. „Als in Indien wegen der Corona-Pandemie ein massiver Lockdown beschlossen wurde, erhielten wir die Nachricht, dass einmal mehr die Ärmsten der Armen keine Beachtung mehr fanden. Ganze Familien standen da plötzlich vor dem Nichts – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Es fehlte an allem – sogar an Essen“, erinnert sich Grebe-Quast.

Da die Hilfs-Initiative ihre Spendengelder fast überwiegend für nachhaltige und langfristige Projekte wie den Bau von mittlerweile zwei Internaten, der Übernahme von Schulgeldern oder die Versorgung von Kindern mit Mangelernährung verwendet, gab es damals kaum Geldreserven, um spontan und schnell zu helfen. „Etwa 9.000 Euro hätten wir damals sofort zur Verfügung stellen können. Zu wenig, wie uns sofort klar war – und deshalb haben wir uns seinerzeit entschieden, die Freunde und Förderer unserer Initiative um Hilfe zu bitten. Das Ergebnis war überwältigend: Mehr als 30.000 Euro an Spenden haben wir erhalten, so dass wir – ergänzt um unsere Reserven – mit insgesamt 40.000 Euro über 4000 Frauen und Männer, Mädchen und Jungen vor dem Schlimmsten bewahren konnten“, erzählt Grebe-Quast. Das sei ein „ermutigendes, schönes und vor allem beeindruckendes Zeichen der Solidarität“ gewesen.

„Beeindruckend“ deshalb vor allem, weil die Corona-Krise auch die Menschen in Deutschland vor große Herausforderungen stellt. „Wie viele hatten und haben Sorgen um Angehörige und Verwandte, mussten und müssen Kurzarbeit machen, haben vielleicht sogar ihren Arbeitsplatz verloren, stehen also vor gewaltigen finanziellen Probleme – und trotzdem haben sie diejenigen in den Blick genommen, denen es noch schlechter ging“, sagt die LEONIDIS-Sprecherin: „Trotzdem konnten wir uns auf unsere Unterstützer verlassen. Trotzdem haben sie gespendet! Und zwar mehr als großzügig!“

Die Corona-Krise habe dabei die ohnehin vorhandenen Schwierigkeiten und Probleme in Indien nicht verlagert, sondern eher verschärft. Hinzu kommen Dengue-Fieber, Tornados und Regenfälle, die den Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut unter Corona-Bedingungen noch einmal schwerer machen. „Und von unseren Partnern vor Ort, den Dernbacher Schwestern, hören wir dann auch noch, dass die indische Regierung das alles nicht sonderlich kümmert. Die überlässt die Bevölkerung sich selbst“, so Grebe-Quast.

Für das kommende Jahr hofft sie deshalb zumindest auf ein wenig Normalisierung. „Wir haben in den vergangenen Jahren je Schuljahr über 400 Jungen und Mädchen ihre Schulausbildung gezahlt. Zurzeit kann Schule aber gar nicht mehr stattfinden. Wir haben uns deshalb gesagt: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt – dann muss der Berg eben zum Propheten.“ Heißt: Leonidis hat einen Teil der Spendengelder so verwendet, dass nicht mehr Schulgeld bezahlt wird, sondern Lehrer – „und zwar die Lehrer, die die Schüler über eine App mit Aufgaben versorgen und in die Dörfer gehen und dort dann im Freien unterrichten…“, erzählt Grebe-Quast. Insgesamt bleibe die Arbeit der Initiative damit ein „Tropfen auf den heißen Stein“. Um so wichtiger sei, dass die Dernbacher Schwestern auch weiterhin jeden gespendeten Euro für die Betroffenen verwenden. „Da wird nichts für Verwaltung oder ähnliches ausgegeben. Und die Rückmeldungen der Menschen vor Ort geben uns schließlich die Gewissheit: Unsere Hilfe kommt an! Und das motiviert uns zum Weitermachen… und unsere bisherigen Unterstützer hoffentlich auch“, so Grebe-Quast.

 

Dezember 2020

Weihnachtsbrief 2020

 

Liebe Spenderinnen und Spender,

ein besonderes Jahr, das ganz im Zeichen von Corona stand und steht, neigt sich dem Ende entgegen. Ein Jahr, das wir uns alle sicher anders vorgestellt hatten. Ich hoffe sehr, dass Sie bisher gut durch diese schwierige Zeit gekommen sind. Unser Alltag hat sich verändert. Wir sind Einschränkungen unterworfen – zu unserem eigenen Schutz und zum Schutz unserer Mitmenschen. Viele vermissen das unbeschwerte Zusammensein mit Familie und Freunden. Die Maßnahmen beeinflussen unseren Alltag, der Verzicht auf soziale Kontakte fällt vielen, auch mir, sehr schwer. Und doch geht es uns trotz aller persönlichen und beruflichen Einschränkungen und vielleicht auch Sorgen im Vergleich zu den Menschen in vielen anderen Ländern gut.

Indien zum Beispiel hat es deutlich härter getroffen. Im Frühjahr standen viele Familien nach dem plötzlichen Lockdown vor dem Nichts – ohne Arbeit und damit ohne Geld. Und ohne soziale Absicherung durch den Staat. Nachdem wir über die akute Not der Menschen in Indien informiert wurden und die lokalen Medien darüber berichtet hatten, haben Sie spontan und innerhalb kürzester Zeit ca. 30.000 Euro gespendet. Wir waren von der Resonanz auf den Artikel und von Ihrem Mitgefühl überwältigt! Durch Ihre Hilfe konnten hungernde Kinder, Frauen und Männer mit dem Nötigsten versorgt werden.

                                      

Die indischen Schwestern haben in der Zeit von April bis Ende August immens viel geleistet und Versorgungspakete zusammengestellt und verteilt. Insgesamt wurden in der Nordprovinz St. Joseph und der Südprovinz St. Mary jeweils um die 500 Familien mit Lebensmittel und Hygieneartikeln versorgt. Dank Ihrer Unterstützung konnte somit fast 4000 von Hunger bedrohten Menschen geholfen werden – Dank Ihrer Unterstützung. Aus Briefen der Schwestern wissen wir, wie dankbar die Betroffenen Ihnen sind. Bilder zeugen von ihrer Freude, die sich in einem Lächeln im Gesicht oder in Tränen der Freude zeigt.

Wie Sie wissen, liegt das Hauptaugenmerk unserer Arbeit in der Schulausbildung der Kinder, um diesen einen besseren Start ins Berufsleben und damit eine Absicherung ihrer Zukunft zu ermöglichen. Das Corona-Virus hat jedoch in Indien gravierende Auswirkungen auf die Schulen. Seit dem Lockdown im März sind die Schulen bis heute geschlossen.

                                     

Unterricht findet online statt – dort, wo es eben geht. Viele der Schülerinnen und Schüler nutzen die Schul-App auf ihren Handys. Wer kein Handy oder keinen Empfang hat, hat aber keine Möglichkeit am schulischen Unterricht teilzunehmen. Wo es möglich ist, gehen die Lehrerinnen und Lehrer in die Dörfer und erteilen dort Unterricht im Freien.

Das Problem ist aber: Die Eltern können zurzeit kein Schulgeld mehr aufbringen – sie haben ohnehin schon Existenzsorgen – und die Lehrer für Ihren Unterricht außerhalb der Schulen nicht bezahlt werden. Wie Sie wissen, übernehmen wir jedes Jahr für Hunderte von Schülerinnen und Schülern ganz oder teilweise das Schulgeld – 36.000 Euro wenden wir dafür auf, je zur Hälfte für junge Menschen in der Nord- und der Südprovinz. Angesichts der Folgen von Corona haben wir uns in diesem Jahr entschlossen, einen Teil dieses Geldes darauf zu verwenden, die Lehrer zu bezahlen. So konnten und können sie weiterhin ihre Schülerinnen und Schüler online oder eben durch stundenweise Aufenthalte in den Dörfern unterrichten – und haben zudem ihr Auskommen.

            

 

Liebe Freunde und Unterstützer von LEONIDIS,

vor genau zehn Jahren haben wir uns erstmals an Sie gewandt mit der Bitte, das Lebenswerk von Sr. Leonidis auch nach ihrem Tod zu unterstützen. Eigentlich hatten wir damals die Hoffnung, mit Ihrer Hilfe den ca. 100 Mädchen und Jungen, die sich seinerzeit in dem Schulprojekt befanden, weiterhin ihre Schulzeit finanzieren und ihnen durch Bildung die Chance auf ein besseres Leben jenseits der Armut ermöglichen zu können. Was aber dann passierte, hätten wir niemals für möglich gehalten. Jahr für Jahr erhielten wir mehr Spenden, zuletzt die Rekordsumme von 96.104,71 Euro im Jahr 2019. Die Zahl der Spender stieg – und das, obwohl wir keine Werbung für uns machen. Wir berichten lediglich zwei Mal im Jahr in unseren Anschreiben und in der Presse über unsere Arbeit und veröffentlichen Artikel auf unserer Internetseite. Inzwischen konnten wir das Schulprojekt deutlich ausbauen und mittlerweile erhalten jährlich mehr als 400 Mädchen und Jungen durch Ihre Hilfe eine gute Schulausbildung. Ca. 150 Mädchen können behütet und beschützt in zwei Internaten lernen und leben. An den Kosten für den Bau der Internate haben wir uns Dank Ihrer Spendenfreudigkeit beteiligt. So konnten die Bau- und Renovierungsarbeiten am Internat in Dhamnod trotz großer Schwierigkeiten im November dieses Jahres abgeschlossen werden. Zudem können wir seit 2015 ein Krankenhaus in Ranchi mit Ihren Spendengeldern finanziell unterstützen. Dadurch erhalten die Ärmsten der Armen einemedizinische Versorgung, die sie selbst nie bezahlen könnten. Otmals kann so der einzige Ernährer der Familie behandelt und geheilt werden.

Dann kam Corona... und ein Aufruf genügte und Tausende von Menschen konnten Dank Ihrer Unterstützung vor dem Hunger bewahrt werden. Sie haben LEONIDIS zu einem Erfolgsmodell gemacht. Dafür danken wir Ihnen von ganzem Herzen!

Sicher: Wir wissen, dass wir nur wenig bewirken können angesichts der großen Not und all dessen, was getan werden muss. Aber wir wissen eben auch, wie viel diese Hilfe in jedem Einzelfall bedeutet. Wenn wir diesen kleinen Beitrag weiterhin leisten wollen, können wir das nur mit Ihrer Hilfe. Und deshalb verbinden wir mit unserem Dank auch die Bitte, LEONIDIS weiterhin gewogen zu bleiben und die Menschen in Indien nicht zu vergessen.

Vor wenigen Tagen berichtete Sr. Betty über die momentane Situation in Indien. Sie schrieb: „Die Menschen kämpfen um ihr Leben – sie kämpfen nicht nur gegen das Coronavirus sondern auch gegen Dengue-Fieber, das Grippevirus, gegen Tornados und heftige Regenfälle. Die Regierung bietet ihnen keine Hilfe. Sie beschäftigt sich mit dem Wahlkampf und überlässt die Bevölkerung sich selbst. Mit Ihren Spenden helfen Sie, die Sorgen und Nöte von vielen Menschen zu lindern, die ansonsten ein trostloses und hoffnungsloses Dasein fristen müssten. Ich danke Ihnen auch im Namen meiner Mitschwestern ganz herzlich. Wir können diesen Dank gar nicht in Worte fassen. Aber seien Sie gewiss, wir schließen Sie täglich in unsere Gebete ein.“

Die Adventszeit hat begonnen. Eine besondere Zeit, die wir jedes Jahr mit Familie und Freunden in unserer Vorfreude auf das Weihnachtsfest feiern. Dieses Jahr wird es anders werden, ohne gemütliche Stunden mit all unseren Liebsten. Wir hoffen, dass Sie dennoch gut durch diese Zeit kommen und wünschen Ihnen in diesem Sinne eine gesegnete Adventszeit und gesegnete Weihnachten! Und vor allem wünschen wir Ihnen, dass Sie gesund bleiben!

 

Oktober 2020

Familie Weißbrich ist nicht zu stoppen – auch nicht vom Corona-Virus!

Gut Ahe. Wie in jedem Jahr richteten Ursula und Georg Weißbrich und ihre Tochter Claudia Jasper den Herbstmarkt auf Gut Ahe aus. In der Hofscheune, die Irmel Neuhaus wie immer dankenswerter Weise unentgeltlich zur Verfügung stellte, boten sie ihre Waren an, die sie im Laufe des Jahres in vielen, vielen Stunden selbst gefertigt hatten. Das Angebot umfasste eine große Auswahl an leckeren Brotaufstrichen und selbstgemachten Likören, bunten und wärmenden selbstgestrickten Socken, Kerzen in großer Auswahl, wunderschönen Holzartikel und vieles mehr.

Von Corona ließen Sie sich nicht von dem Verkauf abhalten. Und auch die Kundschaft nahm das Angebot wieder gerne an. Maske auf, die Hände desinfizieren – und dann konnte das reichhaltige Angebot bestaunt und gekauft werden. Und gekauft wurde reichlich. Am Ende des zweitägigen Marktes flossen erstaunliche 4.000 € auf das Konto von LEONIDIS-Indienhilfe.

Erstaunlich ist auch, dass die Weißbrichs aus der Corona-Not eine Tugend machten. Alltagsmasken wurden benötigt, aber sie waren Mangelware. Diese Gelegenheit ließ Ursula Weißbrich nicht verstreichen. Sie verbrachte Stunde um Stunde an ihrer Nähmaschine und nähte Stoffmasken in allen Formen und Farben. Mittlerweile sind es mehr als 800. Diese wurden und werden zum Verkauf angeboten oder gegen eine Spende abgegeben.  Insgesamt brachte diese Aktion bisher weitere 2000€ ein zugunsten der Menschen in Indien.

Corona-bedingt konnte der Wintermarkt auf Gut Ahe leider nicht stattfinden. All die schönen Dinge, die dort zum Verkauf angeboten wären, können aber nun privat bei Georg und Ursula Weißbrich erstanden werden. Wer also noch ein schönes Weihnachtsgeschenk sucht, findet dort eine große Auswahl vor. Termine sollten unter der Telefonnummer 02723/3322 vereinbart werden, damit der Verkauf unter Beachtung der Corona-Regeln stattfinden kann.

 

 

Juni 2020

Dank aus Indien – in Worten und Bildern

Liebe Spenderinnen und Spender, 

Im Namen meiner Schwestern und der Menschen in Indien möchte ich Ihnen für Ihre rechtzeitige Hilfe danken. Mit Ihrer Hilfe konnten und können wir immer noch die Lebensmittel an Familien verteilen, die aufgrund der Sperrung des Landes lebensnotwendig geworden sind. Es sind Menschen, deren Tageslohn weggefallen ist: Taxifahrer, Obst- und Gemüseverkäufer, Kleinbauern, Steinbrucharbeiter – ihnen allen ist es unmöglich ihre Familien zu versorgen. Neben der Bereitstellung von Nahrungsmitteln machen die Schwestern auch auf das Coronavirus aufmerksam. Sie stellen Seifen und Desinfektionsmittel zur Verfügung. Sie verteilen Gesichtsmasken und leiten die Menschen an, selbst Masken zu nähen. So hoffen wir, sie vor der Krankheit zu schützen. Die Angst an Corona zu erkranken ist groß. Noch größer aber ist die Angst vor dem Verhungern. 

Wir sind sprachlos, Ihre mitfühlende Liebe zu den Menschen mit weniger Privilegien zu erfahren. Wir gratulieren Ihnen zu Ihrem Engagement und Ihrer Treue. Seien Sie versichert, dass Hunderte von Familien in Indien sich mit Wärme und Wertschätzung in ihren Herzen an Sie erinnern. Sie sind ein Segen für die Menschen hier. Möge Gott Sie selbst segnen und vor Krankheiten behüten.

Ich grüße Sie von Herzen mit tiefer Dankbarkeit

Sr. Grace

 

Zahlreiche Fotos erreichten uns inzwischen aus Indien. Diese Fotos sprechen für sich – deshalb möchten wir sie nicht kommentieren. Schauen Sie sich das Video und die Fotos an - und Sie bekommen einen kleinen Eindruck von dem, was Sie in Indien bewirkt haben.

 

 

April 2020

Berührende Szene

Ergebnis des Spendenaufrufs von LEONIDIS übertraf alle Erwartungen

Schönau. Überraschung, Begeisterung und durchaus auch ein wenig ungläubiges Erstaunen waren der Sprecherin der Schönauer Indien-Initiative LEONIDIS, Irmgard Grebe-Quast deutlich anzuhören, als sie Mitte der Woche eine Bilanz zu dem vor nicht ganz zwei Wochen erfolgte Spendenaufruf für die von der Corona- Krise betroffenen Tagelöhne in Indien zog. „Wir hatten auf bestenfalls 5.000 Euro gehofft, um die betroffenen Familien einen weiteren Monat mit dem Nötigsten versorgen zu können – aber dieses Ergebnis übertrifft alle unsere Erwartungen“, so Grebe-Quast und verweist auf die stolze Summe von 23.615 Euro, die aufgrund des Aufrufs gespendet wurden. „Zusammen mit den 5.000 Euro, die wir aus den allgemeinen Spendenmitteln zur Verfügung stellen können, reden wir also über mehr als 28.000 Euro, mit denen wir sicherstellen werden, dass 119 Familien – 463 Frauen und Männern, Mädchen und Jungen – in den kommenden Wochen nicht hungern oder gar verhungern müssen“, so Grebe-Quast. Diese unglaubliche Summe ermöglicht es uns sogar, auch die Ordensschwestern im Norden des Landes bei der Versorgung von vielen Familien in einer ähnlich Notituation zu unterstützen.

Die Schönauer Initiative LEONIDIS hatte vor 12 Tagen erstmalig in der Geschichte ihres zehnjährigen Bestehens aktiv zu Spenden aufgerufen, weil zahlreiche indische Tagelöhner ihre Arbeit verloren und damit verbunden auch keine Einkünfte mehr haben. Die Ordensschwestern der Armen Dienstmägde Jesus Christi, mit denen LEONIDIS zusammenarbeitet, hatten angesichts dieser Situation ihre eigenen Lebensmittelvorräte mit den Betroffenen geteilt, standen nach kurzer Zeit aber selbst vor leeren Speisekammern und Kassen. „Man hatte darauf vertraut, dass die indische Regierung hier schnell und unbürokratisch hilft. Das hatte sich aber als Fehler erwiesen. Obschon unser Maxime bislang immer war, dass wir nur von der Situation in Indien berichten, aber nicht zum Spenden aufrufen, wussten wir: In diesem Fall müssen wir eine Ausnahme machen. Hier ging es tatsächlich um Leben und Tod – und darum, dass wir ganz schnell etwas tun mussten“, berichtet Grebe-Quast. Und ganz offensichtlich haben sich zahlreiche Menschen überzeugen lassen. Grebe-Quast erzählt in diesem Zusammenhang von berührenden Szenen, die sich abgespielt haben. Denn: „Mir sind da schon die Tränen gekommen, wenn mir Menschen mit ergreifenden Worten Geld überreicht oder in Briefen zugeschickt haben...“, so Grebe-Quast. Ähnlich berührt reagierte auch Sr. Betty, Mitglied der Ordensleitung und Generalprokuratorin der Dernbacher Schwestern. „Im Namen meiner Mitschwestern und der Menschen in Indien möchte ich Ihnen für die rechtzeitige Hilfe danken. Mit Ihrer Hilfe können wir die notwendigen Lebensmittel, Seife und Desinfektionsmittel an die Tagelöhner und ihre Familien verteilen. Wir sind sprachlos über Ihre mitfühlende Liebe zu den Menschen mit weniger Privilegien. Seien Sie versichert, dass sich Hunderte von Familien in Indien mit Wärme und Wertschätzung in ihren Herzen an Sie erinnern.“

Alle Spender, die ihre Adresse angegeben haben, werden nun zeitnah ihre Spendenquittung erhalten. „Und wir werden dann auch noch einmal mit einem Brief etwas ausführlicher darüber berichten, wie genau die Hilfe ausgesehen hat, die diese Spenden ermöglicht haben“, versichert Grebe-Quast.

 

 

April 2020

„Eine menschliche Tragödie“

In Indien führen die Folgen von Corona zu dramatischen Situationen – LEONIDIS bittet um Hilfe

Schönau. Während in Deutschland darüber diskutiert wird, wie ein „zurück zur Normalität nach Corona“ aussehen kann, ist die Situation in anderen Ländern nach wie vor dramatisch. Anfang April erst berichteten die großen Zeitungen und Nachrichtensendungen davon, dass in manchen Ländern mehr Menschen aufgrund der landesweiten „Shut-downs“ sterben als an dem Corona-Virus selbst. Mit anderen Worten: Weil Ausgangssperren und das Herunterfahren des öffentlichen Lebens vor allem Hilfsarbeiter und Tagelöhner in die Arbeits- und Mittellosigkeit treiben, stehen Hunger und unbehandelte Krankheiten auf der Tagesordnung.

„Besonders schlimm ist die Situation in einigen Teilen Indiens“, weiß Irmgard Grebe-Quast zu berichten. Die Sprecherin der Initiative „LEONIDIS“, die sich seit vielen Jahren um die Ärmsten der Armen in Indien bemüht, hatte dieser Tage erneut Kontakt mit den vor Ort tätigen Schwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi. Und die berichten Dramatisches: Die Tagelöhner aus den Steinbrüchen nördlich von Bangalore haben kein Geld mehr, um sich und ihren Familien etwas zu essen kaufen zu können. Zwar habe die Regierung Hilfsprogramme aufgelegt. Doch um in den Genuss dieser Hilfen zu kommen, brauche es entsprechende Papiere. „Und die haben diese Menschen vielfach nicht“, berichtet Grebe-Quast. „Was sich hier abzeichnet ist eine menschliche Tragödie, eine Katastrophe, deren Ausmaße die Welt kaum wahrnehmen wird, weil sie die Unterschichten betrifft und diese keine eigene Stimme haben.“ Die Ordensschwestern hätten deshalb schon vor zwei Wochen angefangen, ihre eigenen Vorräte zu verteilen und weitere Lebensmittel zu kaufen. Damit helfen sie zurzeit 119 Familien, 463 Menschen insgesamt, die völlig mittellos sind. Doch nun sind die Mittel aufgebraucht. Deshalb haben sich die Ordensfrauen nun mit einem eindringlichen Appell an LEONIDIS gewandt. „Wir müssen irgendwie die Zeit überbrücken, bis die Hilfen der Regierung dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, sagt Grebe-Quast. „Dabei geht es nicht darum, die indische Regierung aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Aber die Betroffenen hungern – und wenn nichts unternommen wird, dann verhungern sie.“

Die Schönauer Initiative macht deshalb etwas, was sie in ihrer nun fast zehnjährigen Geschichte noch nie gemacht hat: Sie ruft aktiv zu Spenden auf. „Wir haben den Ordensschwestern Hilfe zugesichert und werden mit einem Betrag von 5.000 Euro für Grundnahrungsmitteln helfen. Und wir haben zugesichert, dass jeder Euro, der in den kommenden Wochen unter dem Stichwort „Corona“ bei LEONIDIS eingeht, dafür eingesetzt wird, dass diesen Menschen geholfen wird, die nun im wahrsten Sinne des Wortes in ihrer Existenz bedroht sind“, so Grebe-Quast. Selbstverständlich wisse sie, was ein solcher Aufruf in Zeiten wie diesen bedeute. „Auch bei uns geht es vielen Menschen derzeit schlecht. Auch bei uns wissen viele nicht, was die Zukunft bringt. Und auch bei uns führen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit dazu, dass Lebensentwürfe zerstört werden. Trotzdem hoffen wir, dass sich einige angesprochen fühlen von dem, was hier in anderen Teilen der Welt passiert – und wo es nicht um ein Weniger an Wohlstand geht, sondern tatsächlich um das nackte Überleben.“

Spenden können unter dem Stichwort „Corona“ auf das Spendenkonto des „Generalats der Armen Dienstmägde Jesu Christi – LEONIDIS“ bei der Pax Bank Trier (IBAN DE66 3706 0193 3012 0980 30, BIC: GENODED1PAX) überwiesen werden. Jeder Spender erhält eine Spendenquittung zur Vorlage beim Finanzamt für den Lohnsteuerjahresausgleich.

 

Januar 2020

Spende des Lions-Clubs Freudenberg

 

10 000 Euro für Mädcheninternat

 

Freut sich über einen symbolischen Scheck über 10.000€ für den Aufbau eines Mädcheninternats im indischen Dhamnod: LEONIDIS-Sprecherin Irmgard Grebe-Quast, die die Spende aus den Händen vom Wolfgang Decker, Präsident des Lions-Clubs Freudenberg (links) und Paul W. Reichenau, Sekretär des Lions-Clubs (rechts) jetzt entgegennahm.

 

Freudenberg. Getreu seinem Motto „We serve“ hat der Lions-Club Freudenberg im vergangenen Jahr verschiedene Bildungs- und Sozialeinrichtungen in Südwestfalen unterstützt. Groß war die Freude laut Mitteilung bei der in Schönau ansässigen Indien-Initiative LEONIDIS. „Wir haben uns ein weiteres Mal entschieden, den Aufbau eines Mädcheninternates in Indien mit 10.000 € zu unterstützen. Bildung ist nach wie vor die entscheidende Voraussetzung dafür, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Und Mädchenbildung ist hier in besonderer Weise gefordert.“, sagt Wolfgang Decker, derzeitiger Club-Präsident. LEONIDIS-Sprecherin Irmgard Grebe-Quast berichtet: „Frauen haben in Indien im wahrsten Sinne des Wortes keinen Wert.“ Wenn man dann höre, dass Mädchen auf diesem Schulweg entführt würden, erscheine der Aufbau eines Internates und die Übernahme des Schulgeldes als eine lohnende Maßnahme, ergänzt Paul W. Reichenau, Sekretär des Lions-Clubs.

Bereits 2014 hatten die Lions einem Schulprojekt in Nordindien, in Kunthi, eine Spende zukommen lassen. Ziel damals: Tische und Bänke für die 7-13-jährigen Schülerinnen und Schüler anzuschaffen. Mit der nun gespendeten Summe, freut sich Grebe-Quast, werde nun in Dhamnod, im Bundesland Madhya Pradesh, ein weiteres Internat ertüchtigt. Seit 2015 haben die Schwestern dortin ihrem Konvent Mädchen aufgenommen, inzwischen sind es 70, von der ersten bis zur 12. Klasse. Zunächst teilten die Schwestern ihren Konvent mit den Mädchen. Als die Zahl wuchs, nutzten sie ein altes Gebäude, das inzwischen zu klein ist und keinesfalls den Anforderungen als Lern- und Lebensraum entspricht. Deshalb haben sich die Schweatern entschlossen auch in Dhamnod, einer Region mit einer sehr armen Bevölkerung, ein bereits als Internat genutztes bestehendes Gebäude zu renovieren und durch einen Anbau zu erweitern.

„Im Sommer erreichte uns der Antrag auf Unterstützung. Die von LEONIDIS aufzubringende Summe beläuft sich auf 52.000 €. Eigentlich sollte erst im nächsten Jahr mit den Arbeiten begonnenen werden. Doch aufgrund dieser großen Spende können wir früher als gedacht der Bitte um finanzielle Unterstützung nachkommen. Die Renovierungs- und Bauarbeiten haben deshalb schon begonnen. Die Freude bei den Schwestern und den Schülerinnen ist natürlich sehr groß“, erzählt Grebe-Quast.

„Mit der Unterstützung dieses wichtigen und großartigen Projekts bleiben wir zugleich dem treu, was die Lions-Club weltweit antreibt und was wir überall fördern“, sagt Decker. Und er macht deutlich, dass dieses Engagement eines ist, dass auch und gerade vor Ort verankert ist. In der Tat: Neben der bundesweiten Unterstützung von Projekten für Gewaltprävention und Gesundheitsförderung in Grundschulen haben die Lions-Mitglieder aus Freudenberg im vergangenen Jahr in unterschiedliche Bildungs- und Gesundheitsprojekte in Südwestfalen investiert. So durfte sich die Musikschule in Freudenberg über 3.000 € freuen, mit denen die Ausleihe von Musikinstrumenten an bedürftige Kinder möglich gemacht wird. Und der Verein Atempause, der Hilfe für Pflegende anbietet, konnte 5.000 € zur Unterstützung seiner Arbeit in Empfang nehmen. Weitere Spenden flossen unter anderem an die Gesamtschule Freudenberg, um Beratungsschüler in der Oberstufe zu qualifizieren. Und der Erlös aus dem traditionellen Verkauf eines Adventskalenders wird in diesem Jahr an das Frauenhaus in Siegen des Vereins „Frauen helfen Frauen“ sowie die Förderschule Sehen in Olpe gehen.

 

 

Dezember 2019

Weihnachtsbrief 2019

 

Liebe Freunde und Förderer von LEONIDIS,

wenige Tage erst ist es her, dass wieder einmal Zahlen durch die Medien gingen, die seit Jahren erschreckend hoch sind. Ein weiteres Mal wurde berichtet, dass zwei von drei Grabsteinen auf deutschen Friedhöfen aus Indien stammen – und nicht selten wurden diese Grabsteine von Kindern bearbeitet. Nicht anders sieht es bei den Grabeinfassungen aus. Was als nüchternes Faktum daherkommt, bedeutet in der Realität oftmals unmenschliche Arbeitsbedingungen, in aller Regel eine schlechte Bezahlung und nicht selten auch Mangelernährung. In jedem Fall bedeutet die Arbeit in den Steinbrüchen für die Kinder und Jugendlichen, dass sie nicht zur Schule gehen können. Eine Aussicht auf ein besseres Leben gibt es nicht. Damit nicht genug: Für die nächste Generation sieht es nicht besser aus. Erfreulicher Weise entschließen sich immer mehr Bundesländer dafür, strengere Regeln für den Import von Grabsteinen und Grabeinfassungen zu erlassen und so einen Markt zu zerstören, der auf Ausbeutung und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen setzt. Doch: Das ist nur die eine Seite dessen, was notwendig ist. Erforderlich sind nicht nur Veränderungen der Bedingungen am Markt – sondern auch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort. Dank Ihrer Unterstützung konnte LEONIDIS gemeinsam mit dem Armen Dienstmägden Jesu Christi genau dort auch im zurückliegenden Jahr wieder viel erreichen.

 

  • Dank Ihrer Spenden konnten wir in an verschiedenen Standorten wie Dahafam, Dhamnod, Ranchi, Khunti, Vidyanagar und Sebastiarpuram das Schulgeld von ca. 450 Mädchen und Jungen übernehmen und diesen Kindern damit den Besuch einer Schule ermöglichen – der erste und wichtigste Schritt, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.
  • Dank Ihrer Spenden konnten wir schwer erkrankten Personen ärztliche Behandlung und Medikamente zukommen lassen, ohne die diese Menschen dem sicheren Tod entgegengesehen hätten. Bereits mit wenigen Euro können wir hier mit Ihrem Geld Jahr für Jahr Leben retten.
  • Dank Ihrer Spenden konnten wir das Projekt „Jedem Kind jeden Tag ein Ei“ fortführen und 131 Mädchen und Jungen, die unter dramatischer Mangelernährung leiden, mit wenigstens einer protein- und nährstoffhaltigen Mahlzeit am Tag versorgen.
  • Dank Ihrer Spenden konnten wir den Auf- und Ausbau eines Internates in Khunti vorantreiben und zum Abschluss bringen und so vor allem zahlreichen Mädchen den täglichen, gefährlichen Weg nach Hause ersparen, bei dem immer wieder junge Frauen vergewaltigt und ermordet werden.
  • Dank Ihrer Spenden war es möglich, den Betrieb einer Schule insicherzustellen. Die Auflagen der Behörden sahen die Installation eines Wassertanks für den täglichen Gebrauch von Wasser und eines Verbrennungsofens für die Abfälle – oder die Schließung der Schule vor.

 

Wie Sie wissen, macht LEONIDIS keine Werbung. Wir machen kein Marketing, um das Spendenaufkommen zu erhöhen. Und wir halten uns auch mit unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zurück. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – hat sich das Spendenaufkommen in den vergangenen Jahren beständig erhöht. Im vergangenen Jahr haben Sie uns ein Rekordergebnis beschert mit 75.000€. Wir legen diesem Brief eine Gesamtübersicht bei mit den Projekten, in welche die Spendengelder geflossen sind. Selbstverständlich stehen wir darüber hinaus auch jederzeit und gerne für weitere Erläuterungen zur Verfügung. Sprechen Sie uns einfach an – wir berichten gerne!

 

Liebe Freunde und Förderer von LEONIDIS,

wir wissen, dass wir die Welt mit unserer kleinen Initiative nicht aus den Angeln heben können. Wir wissen auch, dass wir die Situation in Indien nicht von Grund auf verändern können. Aber wir wissen, dass wir Dank Ihrer Unterstützung und Hilfe in den vergangenen Jahren sehr vielen Menschen eine Zukunft gegeben und etliche Frauen und Männer vor dem sicheren Tod bewahrt haben. Und dass diese Form der Solidarität tatsächlich wirkt und ankommt – dafür ist vielleicht auch ein Beleg, dass die Katholische Kirche den Schwerpunkt für den Weltmissionssonntag 2019 auf Indien gelegt hat. Wir hoffen allerdings darauf, dass die Zahl derjenigen weiter wächst, die – wie Sie – nicht nur einmalig einen Beitrag dafür leisten, das Leben in diesem Teil der Welt besser zu machen, sondern die sich dieser Aufgabe immer wieder und für einen längeren Zeitraum stellen.

Deshalb sagen wir Ihnen für Ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren nochmals ganz herzlich „Danke“. Wir hoffen, Sie bleiben LEONIDIS auch weiterhin verbunden und wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit sowie Gottes reichen Segen!

 

Übersicht über Verwendung der Spendengelder 2019
       
Kategorie Ort Betrag
       
Schule und Ausbildung Schulen Nordprovinz Dahafarm 6.000 €
Ranchi 6.000 €
Khunthi 6.000 €
Schulen Südprovinz Sevanilaya Bangalore 5.500 €
Vidyanagar 5.000 €
Sebastiyarpuram 7.500 €
Ausbildungen nach Einzelfallprüfung und Spenderwunsch   6.050 €
Summe Bildungsprojekte   42.050 €
       
Medizinische Versorgung und Ernährung "Jedem Kind jeden Tag ein Ei" Vidyanagar 2.000 €
Krankenhaus, Behandlungskosten und Medikamente Ranchi 5.000 €
Summe Gesundheitsprojekte   7.000 €
       
Bauprojekte Internatsgebäude Khunthi 15.000 €
Internatsgebäude Dhamnod 5.000 €
Wassertank Sebastiyarpuram 2.759 €
Müllverbrennungsanlage Sebastiyarpuram 800 €
Summe Bauprojekte   23.559 €
       
Einmalige Hilfen in besonderen Krisensituationen Kauf von Land nach Flutkatastrophe Dhar 2.000 €
       
Summe der verwendeten Spendengelder 2019   74.609 €
Summe der Spenden 2018   75.220 €
  Rücklagen für 2020   611 €